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Wichtige Ereignisse der Stadtgeschichte von Annaberg-Buchholz

zeitlicher Abriss der Stadtgeschichte Geschichte der Stadt Annaberg-Buchholz

Die Geschichte der Berg- und Adam-Ries-Stadt Annaberg-Buchholz, die an der Silberstraße im Herzen des Erzgebirges liegt, wurde maßgeblich durch den Bergbau geprägt, so geht die Gründung der (damals noch) zwei Städte auf die reichen Silberfunde Ende des 15. Jahrhunderts zurück.

Doch bereits im 12. Jahrhundert wurde in Erzgebirge Silber aus oberirtischen Lagerstädten abgebaut. Am 28. Oktober 1491 wurde am Schreckenberg durch Kaspar Nietzelt erstmals ein unterirtischer Gang diese Edelmetal entdeckt. Das daraufhin ins Land erschallende "Große Berggeschrey" löste in der Folge einen starken Zuzug in das Erzgebirge aus. Parallel zu aufblühenten Bergbau entstanden weiter Einrichtungen wie Pferdgöpel, Hüttenbetriebe, Erzwäschen und Pochwerke. Ein Zeitzeuge für diesen technischen und industrieellen Aufschung in das Technische Denkmal "Fronauer Hammer".

Der albertinische Landesherr Herzog Georg der Bärtige gründe am 21. September 1496 die "Neue Stadt am Schreckenberg", das spätere St. Annaberg. Bereits im Jahr 1498 wurden eine eigene Münze und ein Bergamt errichtet und schon 1499 der Grundstein zur noch heute größten spätgotischen Hallenkirche Sachsens, St. Annen, gelegt. Im Jahr 1502 initiierte der Herzog den Bau eines mächtigen Franziskanerklosters und 1509 wurde die "Annaberger Bergordnung" verfaßt, die Bedeutung weitere europäische Bergbaureviere erlangte.

Zahlreiche Künstler, Handwerker und Bergherren gaben der Stadt ihr Gepräge und schufen bedeutende Kunstwerke und Sachzeugnisse. Persönlichkeiten wie der Rechenmeister ADAM RIES oder BARBARA UTHMANN als maßgebliche Förderin der Klöppelkunst, HANS WITTEN als bedeutender Bildhauer des Mittelalters sowie HANS HESSE als Schöpfer des weithin bekannten Annaberger Bergaltars sind mit der Geschichte der Stadt verbunden. Im Jahr 1530 war Annaberg infolge des raschen Aufschwunges mit 12000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Sachsens.

Im Jahr 1501 hatte Kurfürst Friedrich der Weise auf ernestinischem Territorium und in Konkurrenz zu Annaberg St. Katharinenberg am Buchenholze, das spätere Buchholz gegründet. Bedeutsame geschichtliche Ereignisse waren hier u.a. der 1504 begonnene Bau der St. Katharinen-Kirche, die frühe Einführung der Reformation im Jahr 1524 und die führende Rolle der Buchholzer Bürger in der bürgerlichen Revolution 1848/49. Weltruf erlangte die Stadt ausgangs des 19. Jahrhunderts durch die Prägeindustrie, die Kartonagenherstellung und die Perlweberei.

In städtebaulicher Hinsicht hatte das 16. Jahrhundert besondere Bedeutung, wo sich die typische Struktur der Stadt entwickelte und das Meisterwerk der Spätgotik, St. Annen, entstand. Daneben wurden insbesondere in der Gründerzeit ausgangs des 19. Jahrhunderts architektonisch einmalige Gebäude errichtet, die noch heute der Stadt ihr unverwechselbares Flair verleihen.

Ausgangs des 16. Jahrhunderts gab es infolge sinkender Ausbeuten einen Niedergang im Bergbau und andere Produktionszweige gewannen an Bedeutung. Ab 1560 breiteten sich das Spitzenklöppeln und das Bortenwirken rasch aus. Im 17. und 18. Jahrhundert hatten diese Handwerke ihre Blütezeit. Daneben entwickelten sich aus der Bortenwirkerei das Posamentiergewerbe und die Bandweberei, die bis heute mit bedeutenden Betrieben strukturbestimmend für die Stadt sind.

Nach Einführung der Gewerbefreiheit in Sachsen im Jahr 1861 und der im Jahr 1866 eröffneten Bahnlinie Chemnitz - Annaberg setzte ein erneuter Aufschwung in der Region ein, verbunden mit dem Aufblühen von Handwerk, Industrie und Gewerbe. Die prosperierende Industrie veranlaßte die USA, im Zeitraum von 1879 - 1908 ein eigenes Konsulat in der Stadt zu betreiben.

Nach dem 2. Weltkrieg begann ein neues, bisher letztes "Berggeschrei" in Annaberg-Buchholz und Umgebung. Durch die SAG, später SDAG Wismut, wurden die Uranerzvorkommen abgebaut, die dringend für die nukleare Rüstung benötigt wurden. Dieser widerspruchsvolle Prozeß fand 1958 sein Ende. Geblieben sind u.a. die sogenannten Wismut-Halten (z. B. Abraumhalden auf der Schlettauer Höhe und am Michalelsstollen).

Seit der politischen Wende befindet sich die Stadt Annaberg-Buchholz im Umbruch. Bedingt durch anfänglichen Zusammenbruch von Industrie und anderen Gewerben kam es vorallen in den 90iger zu einen sehr starken Rückgang der Einwohnerzahlen. Folge hiervon war und ist ein hoher Leerstand von Wohnungen sowie der Verfall von Gebäuden und Industrieanlagen. In den letzten Jahren konnte der massive Rückgang der Bevölkerung zwar gestoppt werden, aber immer noch sinkt die Einwohnerzahl von Jahr zu Jahr. Ende Juni 2010 lebten - nach Angaben der Stadtverwaltung - noch 21871 Menschen in Annaberg.

Doch mehr und mehr wird die Stadt lebenswerter. Ganze Stadtviertel sind in den letzten Jahren "umgestaltet" wurden. Altes wird durch Neues ersetzt. Modernes verbindet sich mit Althergebrachten. Heute sind die Kultur, Handwerk und Dienstleistung die treibende Kraft für die Weiterentwicklung der Stadt. So entwickelt sich Annaberg-Bucholz mehr und mehr zur Stadt der Moderne die dabei aber Ihre Wurzel nicht vergisst.

© 2005-2011 by René Weigel