Bergbau und Berkwerke im Erzgebirge - Persönlichkeiten und Orginale aus dem Erzgebirge - erzgebirgische Begriffe und ihre Bedeutung

Persönlichkeiten und Orginale

Adam Ries
der Rechenmeister
1492 in Staffelstein (Oberfranken) geboren Adam-Ries
1517 wurde er erstmals urkundlich erwähnt
1518-22/23 Aufenthalt in Erfurt, Bekanntschaft mit dem aus Annaberg stammenden Arzt und Universiätsgelehrten Georg Stortz
1518 Druck seines 1. Rechenbuches "Rechnung auff der Linihen..."
1522 von Ries wird das 2. Rechenbuch "Rechenung auff der Linien vnnd Federn..." gedruckt
1523 Er übersiedelt nach Annaberg
1524 Im Bergamt Annaberg ist er Rezessschreiber
1525 Heirat und Kauf des Hauses in der Johannisgasse (Adam-Ries-Muesum) und Einrichtung der Rechenschule
1527-1535 Rezessschreiber in Marienberg
1532 Gegenschreiber im Bergamt Annaberg
1533 Abfassung seiner "Annaberger Brotordnung"
1533-1539 Zehnter im Bergamt Geyer
1539 er wird zum "Churfürstlich Sächsischen Hofarithmeticus" ernannt
1550 "Rechnung nach der lenge...", "Patricia" genannt, erscheint in Leipzig
1558 am 30. März in Annaberg gestorben
Weitere Informationen finden Sie auf den Seiten des Adam-Ries-Bundes bzw. des Adam-Ries-Museums


Anton Günther ("Tolerhans Tonl")
erzgebirgischer Heimatsänger und Volksdichter
- am 5. Juni 1876 im böhmischen Gottesgab-Bozi Dar (Tschechien) geboren
- 1892 Lehre bei einem Lithographen in Buchholz besuchte Schule in Joachimsthal
- 1895 Reise nach Prag (böhmische Hauptstadt) um Heimatsänger zu werden
- Eintritt in die K. K. Hoflithographie A. Haase
- während seines Prag Aufenthaltes wird er von starken Heimweh gepackt
- daher gründet er die "Gutsgewer Omd" in Prag, wo er mit Landsleuten Lieder sang und von der Heimat erzählte
- sein erstes Lied: "Drham is drham" ("Daheim ist daheim") entsteht
- er druckt seine 1. Liedpostkarten und verschickte sie in seinen Heimatort
- Anfertigung von Diplome und Dankschriften für den Bund der Deutschen Böhmen
- 1899 beginn der 8-wöchige Ausbildung beim 92. Infanterie-Regiment in Komotau (Entstehung von "s´ Einrücken")
- Anton Günther kehrte nach dem Tod des Vaters in seinen Heimatort zurück und wird Ehrenmitglied im Erzgebirgsverein
- 1902 Besuch des Vorstands vom Fichtelberg
- 1903 Auftritt bei der Fünfundzwanzigjahrfeier des Erzgebirgsvereins in Schneeberg
- 1907 sang A. Günther vor dem sächsischen König Friedrich August
- 1908 sang er vor dem österreichischen Erzherzog Karl Franz Josef
- verstarb am 29. April 1937 60-jährig in seinem Geburtsort Gottesgab-Bozi Dar
- einige seiner Werke:
    "Wu de Walder haamlich rauschen"
"Feierobnd"
"Drham is drham"
"´s Annl mitn Kannl"
"Vuuglbeerbaam"
- Anton-Günther-Gedenksteine im Erzgebirge finden sich unter andern in:
    Oberwiesenthal, Museumsgarten
Bozi Dar, der Toler-Hans-Tonl-Stein
Bozi Dar, das Grabmal mit Relief des Sängers auf der Friedhof-Ostseite
Mulda, Gedenktafel
Zwönitz, Gedenkstein
und an vielen weiteren Orten im Erzgebirge, Deutschland und Österreich
Ausführliche Informationen finden Sie auf der Seite www.anton-guenther.de


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Arthur (Georg) Schramm
Annaberger Orginal und Heimatdichter
Grab von Arthur Schramm Er wurde als Sohn des Kaufmanns Georg Louis Schramm am 30. Mai 1895 in Annaberg geboren. Er war/ist ein Nachfahre des Rechenmeisters Adam-Ries (Quelle: Adam-Ries-Museum). Wegen seiner geringen Körpergrösse und seines Geltungsbedürfnisses bekam recht schnell den Spitznamen Klaanes Getu´ (Kleiner Wichtigtuer/Angeber) verpasst. Wenn er dies aber hörte, wurde der rasend vor Wut und man konnte sich oft minutenlang Einiges an hören. Ich erinnere mich heute noch wie wir als Kinder vor dem Ratskeller gewartet haben um Ihn zu necken.
Arthur Schramm verstand es auch sich an die Gegebenheiten seiner Zeit anzupassen. So war er Parteimitglied der NSDAP und schrieb auch einige reisserische Märsche. Nach dem Krieg wurde er dann recht schnell zu einen Kämpfer für Frieden und Freiheit und Mitglieder der Ost-CDU. Schrieb Gedichte und Verse für "die Partei". Voller Stolz berichtete er noch Jahre später - in Gaststätten oder an Bushaltestellen - das sein Friedensaufruf in Staatsrat in Berlin und im Vatikan hängt. Schramm war beliebt bei allen Bürgermeistern der Stadt Annaberg bzw. später Annaberg-Buchholz und auch er war angetan von Obrigen seiner Zeit, so kam es, dass man sich gern miteinander "schmückte" und über die eine oder andere Sache und Eigenart wie z. B. seine Sammelwut - heute würde man sagen er war ein Messie - von ihm hinwegsah.
Neben seinen mehr oder weniger guten literarischen Ergüssen war Arthur Schramm in den 20-30iger Jahren als Handelskaufmann im Geschäft seines Vaters und als Erfinder - zusammen mit einen Partner, es dürfte sich um Herrn Arno Michaelis gehandelt haben - tätig. Bis auf ein paar Patente auf einige mehr oder weniger kuriose Dinge (Fahrrad-Sattel-Lehne) war aber auch sein Erfindertun nicht wirklich von Erfolg gekrönt. Obwohl heutzutage gibt es in der Orthopäditechnik tatsächlich so etwas (siehe http://www.lanztec.de/Dreiraddiblasi.html)
Arthur Schramm liebte seine Heimat das Erzgebirge mit seinen Bergen, den Pöhlberg und Spaziergänge im Wald. Jeden Tag ging er - mit Stöckchen Schlips und Weste ausgerüstet - ein Stück. Meist endeten seine Ausflüge in einer Gaststätte oder Keipe in Annaberg wo er meist ein Mahlzeit einnahm. Um Diese aber nicht bezahlen zu müssen, führte er - sorgfältig in einen Schächtelchen verstaut - tote Fliegen mit sich. Diese warf er kurz bevor der Teller leer war in den selbigen und beschwerte sich dann lauthals das eine Fliege in seinen Essen ist. So bekam er oft ein "Gratisessen".
Fast sein gesamtes Leben arbeite und wohne er in Annaberg. Einige seiner vielen Wohnungen befanden sich auf der Kleinrückerwalder Strasse (rund 50m vom Bömischen Tor entfernt), der Geyersdorfer Strasse (nahe dem Busbahnhof) und der Max-Michel-Strasse. Seinen letzten Wohnsitz auf der Bruno-Matthes-Strass;e 10 (unweit des Unteren Bahnhofs) müsste er nach einen Brand im Juli 1982 aufgeben. Heute ist dieses Gebäude nur noch eine Ruine. Ab Juli 1982 lebte Arthur Schramm zuerst im Altersheim "Otto-Buchwitz" (heute Seniorenpflegeeinrichtung am Schottenberg) und zog Anfang der 90iger Jahre ins WPA Haus "Adam-Ries" um, wo er bis zu seinen Lebensende lebte.
Am 19. Mai 1994 - elf Tage vor seinen 99. Geburtstag starb Arthur Schramm und fand wenige Tage später seine letzte Ruhe auf dem "Neuen Friedhof" in Annaberg. Sein unscheinbares Grab findet man zwischen drei Fichten in der Nähe des Friedhofeingangs an der Atlantis Schwimmhalle. Nur sehr wenig erinnert noch an diesen Menschen der sicher streitbar, skurril und recht eigensinnig war. Er war aber auch ein verkanntes Genie zwischen Wahnsinn und Genialitä der sich sein ganzes Leben lang nur nach Anerkennung und Erfolg sehnte.
Quellangabe: http://de.wikipedia.org/wiki/Arthur_Schramm, Berichte von Zeitzeugen und eigene Erlebnisse



Barbara Uthmann
"Wohltäterin von Annaberg"
- 1514 in Annaberg als Tochter des Bergzehnters von Elterlein zu Annaberg geboren
- ist eine Enkelin des Mitbegründers dieser Stadt
- war eine Schülerin von Adam Ries
- 1529 wurde Sie mit dem Fundgrübner Christoph Uthmann verheiratet
- er war ein erfolgreicher Berg- und Hüttenmeister
- war Mutter von 7 Söhnen und 5 Töchtern
- 1553 starb ihr Mann plötzlich
- danach führte Sie die Geschäfte ihres Mannes - zusammen mit Ihren Kinder - weiter
- 1567 wurde die Saigerhütte der Uthmann durch den Kurfüsten aufgekauft - er wollte selbst den Gewinn
- im 16. Jahrhundert führte Sie das Bortewirken im Erzgebirge ein und verbreitete es
- baute im Laufe der Ihrer Tätigkeit ein grosses Vertriebsnetz ür fertigen Waren auf
- für Sie waren mehr als 900 Bortenwirkerinnen beschäftigt
- die Uthmanns erwarben viele Häuser und Grundstücke so untern anderen auf der Siebenhäusergasse
- dort wurde von Ludwig Camerarius (Schwiegersohn) der erste Botanische Garten in Annaberg angelegt
- im Alter von 61 Jahren verstarb Sie am 15.01.1575
- Grabmal der Uthmanns auf dem Trinitatis-Friedhof (befindet sich hinter dem Busbahnhof)
- Barbara-Uthmann-Brunnen auf dem Elterleiner Markplatz
- Barbara-Uthmann-Brunnen auf dem Annaberger Markplatz
Ausführliche Informationen finden Sie auf der Seite www.nitzsche-unger.de/uthmann/


Karl Stülpner
Wildschütz und Volksheld
1762 am 30. September in Scharfenstein geboren
1772 Aufenthalt bei dem Förster C. C. Müller in Ehrenfriedersdorf
1773 Kurfürstliche Jagd in den Wäldern um Marienberg
1779 freiwillig zum Regiment "Prinz Maximilian" angeworben
1780 beim Regiment in Chemnitz "in Zuwachs genommen"
1784 Stülpners Versetzung zu den Grenadieren nach Zschopau
1785 Seine grosse Wanderzeit: Böhmen - Ungarn - Wien - Österrreich - Schweiz -Baden - Hessen - Hannover - Dragonerregiment - desertiert - Rückkehr nach Scharfenstein
1793 Stülpner im Interventionskrieg gegen Frankreich
1794 kehrte nach Scharfenstein zurück
1794-1800 das grosse Treiben des Wildschützen
1800-1841 führte er ein bescheidenes Leben
1841 am 24. September im Alter von 79 Jahren verstorben
Gedenkstätten: Grabstätte in Großolbersdorf
Stülpnerberg in Großolbersdorf
Gedenkstein in Scharfenstein
Stülpnerhöhle im Greifensteingebiet
Heimatmuseum Marienberg


Paulus Jenisius
Chroniker von Annaberg
- 1551 als Sohn eines Bergmanns geboren
- besuchte die Lateinschule zu Annaberg, die das oberezgebirgische Bildungszentrum des 16. Jahrhunderts war
- 6-jähriges Theologiestudium an der Universität Wittenberg
- 1576 erfolgreicher Abschluss des Studiums mit dem Magistergrad
- 1579 heiratet er Catharina Koyter, Tochter eines herzoglichen Geheimen Sekretärs
- 1581 bis 1593 Rektor der Lateinschule in Annaberg
- 29. März 1593 legte er sein Rektoramt nieder
- 1593-1596 Anstellung als Pfarrrer in Eula
- 1596-1603 Superintendent von Eilenburg
- 1603 Berufung als Hofprediger an den kursächsischen Hof
- 1612 nach mehrjähriger Krankheit gestorben
- beigesetzt wurde Paulus Jenisius in der Dresdner Sophienkirche
- seine Hauptwerke sind 2 Geschichten:
     eine über das Leben Kurfürst Christians II.
Chronik der Stadt Annaberg mit dem Titel "Annaebergae Misniae Urbis historia"

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